Normierung
Die Normierung des Strichcodes stellt ein relativ komplexes und schwieriges Thema dar, da man sehr in die technische Materie eingehen muss, um die Varianz des Barcodes zu verstehen. Grundsätzlich und stark vereinfacht lässt sich der Strichcode in 2 Hauptausrichtungen unterscheiden und zwar in den ein- und den zweidimensionalen.
1-D-Codes
Der eindimensionale Strichcode, den man typischerweise von Produkten kennt, codiert die Informationen in waagerechte Richtung durch senkrechte Striche, wohingegen bei der zweidimensionalen Art wesentlich mehr Information gespeichert werden können, indem nicht nur waagerecht, sondern zusätzlich auch senkrecht codiert wird. Doch innerhalb dieser beiden technischen Richtungen gibt es noch einmal eine Vielzahl verschiedener Formate, die alle ihre jeweiligen Vor- und Nachteile aufweisen und im Folgenden nur kurz angesprochen werden sollen.
2-D-Codes
Bei der zweidimensionalen Codierung werden hauptsächlich die folgenden Formate verwendet: Data Matrix und Cool Data Matrix, Semacode und Trillcode, Quickmark, Shotcode, Connexto, Beetag und Qode. All diese Formate wurden von unterschiedlichen Unternehmen entwickelt, um den Code ihren Bedürfnissen am besten anzupassen und so ein optimales Produkt zu erhalten. So wurde beispielsweise der Maxi Code von UPS entwickelt.
Aber auch bei der eindimensionalen Variante werden verschiedene Formate, die zwar alle eine ähnliche Struktur haben, aber dennoch individuelle kleine Unterschiede bieten, verwendet. So existieren hier beispielsweise neben den Handelsstrichcodes, wie EAN und UPC, der Zielcode der Deutschen Post, der Codabar und die Codes 39, 93 und 128. Man muss bei diesen unterschiedlichen Codes aber auch immer
bedenken, dass nicht alle Codes von allen Scannern erfasst und datentechnisch verarbeitet werden können, was dazu geführt hat, dass eine Normierung der Strichcodes stattgefunden hat.
So ist beispielsweise der internationale Handelsstrichcode in der Norm ISO/ IEC 15420 festgelegt, der unter anderem definiert welche Strukturen vorliegen dürfen. Aber auch die Druckqualität ist von entscheidender Bedeutung beim Gebrauch eines Strichcodes, sodass auch diese für lineare Strichcodes in der Norm ISO/IEC 15416 und für zweidimensionale Strichcodes in der Norm ISO/IEC 15415 definiert wurde.
Besonders wichtig sind diese Normierungen in Bereichen, in denen einige Handelspartner zusammenarbeiten und an der Produktion eines Produktes beteiligt sind, da es einen unglaublich hohen Aufwand bedeuten würde, wenn alle Unternehmen einen unterschiedlichen Code verwenden würden, was die Produktivität, die durch den Code erst eingeführt wurde, stark herabsetzen würde. In Bereichen, in denen nur ein Unternehmen an einem Produkt beteiligt ist, sind Normen jedoch nicht unbedingt notwendig, da wie zum Beispiel bei der Post nur interne Geräte mit dem Strichcode arbeiten. Sobald jedoch die Interaktion international wird, setzt auch bei der Post die Pflicht zur Normierung ein, da sonst das betreffende Land die Post wieder aufwendig mit einem Anschriftenlesegerät erfassen und neucodieren müsste.
Falls es dennoch einmal dazu kommen sollte, dass ein Strichcode, der scheinbar laut Norm codiert wurde, von einem Scanner, der laut Norm in der Lage dazu ist den entsprechenden Code zu entschlüsseln und zu verarbeiten, nicht gelesen werden kann, so wurden extra für diesen Fall Strichcodeprüfgeräte konstruiert, die in kürzester Zeit ermitteln können, ob beispielsweise die Druckqualität den in der Norm genannten Ansprüchen genügt oder nicht und so feststellen können, ob es zum Beispiel im eigenen Betreib oder einem zulieferndem Betrieb zu einem Fehler gekommen ist.